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Werwölfe
Allgemeines
Werwölfe sind übernatürliche Wesen, die zwischen einer menschlichen und einer vollständig tierischen Gestalt wechseln können. Anders als viele andere übernatürliche Gemeinschaften leben sie überwiegend in Rudeln, die eigene Strukturen, Traditionen und interne Regeln besitzen. Dennoch sind diese Rudel nicht vollkommen unabhängig. Über sämtlichen Werwölfen steht eine Königsfamilie, deren Herrschaft von allen Rudeln anerkannt wird. Sie bildet die höchste Instanz der Werwolfgesellschaft und besitzt das Recht, in Angelegenheiten einzugreifen, die einzelne Rudel oder die gesamte Gemeinschaft betreffen. Die meisten alltäglichen Entscheidungen werden weiterhin innerhalb der jeweiligen Rudel getroffen. Solange ein Rudel nicht gegen die übergeordneten Gesetze der Königsfamilie verstößt oder die Sicherheit der Werwolfgemeinschaft gefährdet, kann es seine eigenen Regeln und Traditionen beibehalten. Neben Rudelmitgliedern existieren auch Einzelgänger. Diese gehören keinem festen Rudel an und unterstehen keinem Alpha, stehen jedoch ebenso unter der Herrschaft und den Gesetzen der Königsfamilie. Gerade für unerfahrene oder frisch gewandelte Werwölfe kann ein Leben ohne Rudel schwierig sein, da sie den Umgang mit ihrer Verwandlung und ihren Instinkten ohne Unterstützung erlernen müssen.Aussehen
In ihrer menschlichen Gestalt unterscheiden sich Werwölfe äußerlich nicht von gewöhnlichen Menschen. Ihre übernatürliche Natur zeigt sich hauptsächlich durch ihre geschärften Sinne, schnelleren Reflexe und ihre erhöhte körperliche Leistungsfähigkeit. Bei einer vollständigen Verwandlung nehmen sie die Gestalt eines riesigen Wolfes an. Dabei handelt es sich nicht um eine aufrecht gehende Mischung aus Mensch und Wolf, sondern um einen vollständig vierbeinigen Wolf. Ihre Gestalt ähnelt anatomisch einem natürlichen Wolf, fällt jedoch erheblich größer und kräftiger aus. Selbst große natürliche Wölfe wirken neben einem ausgewachsenen Werwolf vergleichsweise klein. Fellfarbe, Fellzeichnung, Augenfarbe und Körperbau unterscheiden sich individuell. Die Wolfsgestalt ist dabei ebenso einzigartig wie das menschliche Aussehen und bleibt nach der ersten vollständigen Verwandlung weitgehend gleich. Dadurch können Werwölfe einander auch in ihrer tierischen Gestalt erkennen.Geborene Werwölfe
Geborene Werwölfe tragen ihre übernatürliche Natur von Geburt an in sich. Trotzdem verwandeln sie sich nicht bereits als Kinder. Die Fähigkeiten entwickeln sich schrittweise und treten gewöhnlich während der Pubertät deutlicher hervor. Wann die erste Verwandlung tatsächlich stattfindet, unterscheidet sich von Werwolf zu Werwolf. Starke Emotionen wie Wut, Angst oder Stress können die erste Verwandlung zusätzlich begünstigen. Wer innerhalb eines Rudels aufwächst, wird normalerweise bereits vorher auf diesen Moment vorbereitet. Ältere Rudelmitglieder bringen jungen Werwölfen bei, ihre Sinne, Instinkte und körperlichen Fähigkeiten zu kontrollieren. Geborene Werwölfe besitzen häufig einen natürlicheren Zugang zu ihrer Wolfsgestalt. Sie sind mit dem Wissen aufgewachsen, was sie sind, und haben meist früh gelernt, mit ihren Instinkten umzugehen. Das macht sie jedoch nicht automatisch stärker als gewandelte Werwölfe. Erfahrung, Training und Selbstkontrolle sind wesentlich entscheidender.Gewandelte Werwölfe
Gewandelte Werwölfe wurden als gewöhnliche Menschen geboren. Ihre übernatürliche Natur entsteht durch den Biss eines Werwolfs. Nicht jeder Mensch überlebt eine solche Wandlung. Übersteht der Gebissene den Prozess, verändert sich sein Körper dauerhaft. Die erste Zeit nach der Wandlung ist besonders schwierig. Sinne und körperliche Fähigkeiten verändern sich innerhalb kurzer Zeit, während gleichzeitig vollkommen neue Instinkte auftreten. Geräusche, Gerüche und Emotionen werden wesentlich intensiver wahrgenommen. Gerade frisch Gewandelte können deshalb schnell überfordert werden. Auch ihre ersten Verwandlungen sind häufig schmerzhaft und schwer zu kontrollieren. Mit zunehmender Erfahrung gewöhnt sich der Körper jedoch an den Wechsel zwischen beiden Gestalten und der Werwolf lernt, seine Instinkte zu beherrschen. Rudel, die einen Menschen verwandeln, betrachten es gewöhnlich als ihre Verantwortung, den neuen Werwolf auszubilden. Wer ohne Unterstützung zurückgelassen wird, muss diese Kontrolle allein erlernen und stellt besonders während der ersten Vollmonde eine erhebliche Gefahr dar. Verwandlung
Die Verwandlung betrifft den gesamten Körper. Knochenbau, Muskulatur und Körpergröße verändern sich, bis aus dem Menschen ein vollständig vierbeiniger Wolf geworden ist. Besonders die ersten Verwandlungen sind schmerzhaft und anstrengend. Mit zunehmender Erfahrung wird der Vorgang schneller und kontrollierter. Erfahrene Werwölfe können sich außerhalb des Vollmondes bewusst verwandeln und ebenso bewusst wieder ihre menschliche Gestalt annehmen. Starke Emotionen können allerdings auch eine ungewollte Verwandlung auslösen. Besonders Wut, Angst, Panik oder ein ausgeprägter Schutzinstinkt können dafür sorgen, dass die Kontrolle kurzfristig verloren geht. Nach einer Rückverwandlung sind vor allem junge oder unerfahrene Werwölfe häufig erschöpft, hungrig und körperlich geschwächt.Vollmond
Der Vollmond besitzt einen starken Einfluss auf jeden Werwolf, unabhängig davon, ob dieser geboren oder gewandelt wurde. Während erfahrene Werwölfe ihre Verwandlungen normalerweise kontrollieren können, ist die Verwandlung in der Vollmondnacht nicht freiwillig. Sobald der Einfluss des Vollmondes stark genug wird, beginnt die Verwandlung und kann nicht dauerhaft unterdrückt werden. Während dieser Nacht sind die Instinkte des Wolfes wesentlich stärker ausgeprägt. Gerüche, Geräusche und Bewegungen werden noch intensiver wahrgenommen und Jagd-, Revier- und Schutzinstinkte können leichter die Oberhand gewinnen. Besonders frisch gewandelte Werwölfe verlieren während ihrer ersten Vollmonde häufig einen großen Teil ihrer menschlichen Kontrolle. Ältere und erfahrene Werwölfe können lernen, auch während des Vollmondes einen gewissen Einfluss auf ihr Verhalten zu behalten. Die Verwandlung selbst können jedoch auch sie nicht verhindern. Viele Rudel verbringen Vollmondnächte deshalb gemeinsam oder ziehen sich in abgelegene Gebiete zurück, damit unerfahrene Mitglieder niemanden gefährden.Fähigkeiten
Werwölfe verfügen bereits in menschlicher Gestalt über deutlich verbesserte körperliche Fähigkeiten. Ihre Stärke, Geschwindigkeit, Ausdauer und Reflexe liegen über denen eines gewöhnlichen Menschen. Verletzungen heilen außerdem wesentlich schneller, solange diese nicht durch eine ihrer besonderen Schwächen verursacht wurden. Ihre Sinne sind ebenfalls stark ausgeprägt. Besonders Geruchs- und Gehörsinn ermöglichen es ihnen, Menschen und andere Wesen über größere Entfernungen wahrzunehmen. Vertraute Personen können häufig allein anhand ihres Geruchs erkannt werden. In Wolfsgestalt verstärken sich diese Fähigkeiten noch einmal erheblich. Werwölfe sind dann schneller, kräftiger und widerstandsfähiger als in ihrer menschlichen Form. Zähne und Klauen machen sie zu gefährlichen Gegnern.Rudel und Hierarchie
Die Gesellschaft der Werwölfe besitzt eine klare übergeordnete Hierarchie. An ihrer Spitze steht die Königsfamilie, die über sämtliche Werwölfe und damit auch über alle bestehenden Rudel herrscht. Ihre Autorität steht über der eines jeden Alphas. Die Königsfamilie legt die grundlegenden Gesetze fest, die für alle Werwölfe gelten. Sie greift insbesondere dann ein, wenn Konflikte zwischen Rudeln eskalieren, ein Alpha seine Stellung missbraucht oder Handlungen eines Rudels die gesamte Werwolfsgemeinschaft gefährden. Entscheidungen der Königsfamilie sind für sämtliche Rudel bindend. Innerhalb dieser Grenzen besitzen die einzelnen Rudel jedoch große Freiheiten. An der Spitze eines Rudels steht gewöhnlich ein Alpha. Dieser ist für seine Mitglieder verantwortlich und führt das Rudel nach dessen eigenen Traditionen. Manche Alphas regieren sehr streng, während andere wichtige Entscheidungen gemeinsam mit ihren Rudelmitgliedern treffen. Das Rudel bietet Schutz, Gemeinschaft und Unterstützung. Junge geborene Werwölfe lernen dort den Umgang mit ihren Fähigkeiten, während frisch Gewandelte Hilfe bei ihren ersten Verwandlungen erhalten. Auch Territorien und interne Regeln werden grundsätzlich vom jeweiligen Rudel festgelegt. Konflikte innerhalb eines Rudels werden normalerweise durch den Alpha geregelt. Streitigkeiten zwischen verschiedenen Rudeln können zunächst untereinander geklärt werden. Ist dies nicht möglich oder droht der Konflikt größere Auswirkungen zu haben, kann die Königsfamilie eingreifen und eine Entscheidung treffen. Ein Werwolf ist nicht grundsätzlich an ein bestimmtes Rudel gebunden. Er kann sein Rudel verlassen, sich einem anderen anschließen oder als Einzelgänger leben. Auch Einzelgänger bleiben jedoch Teil der Werwolfsgemeinschaft und unterstehen den Gesetzen der Königsfamilie.Die Königsfamilie
Die Königsfamilie bildet die älteste und höchste Autorität der Werwolfsgemeinschaft. Ihre Herrschaft erstreckt sich über sämtliche Rudel und Einzelgänger. Kein Alpha steht über ihr, unabhängig davon, wie groß, alt oder mächtig sein Rudel ist. Die Familie sorgt vor allem dafür, dass die grundlegenden Gesetze der Werwölfe eingehalten werden und Konflikte nicht die gesamte Gemeinschaft gefährden. Sie mischt sich jedoch nicht grundsätzlich in den Alltag jedes einzelnen Rudels ein. Alphas dürfen ihre Rudel selbstständig führen, solange sie die übergeordneten Gesetze und Entscheidungen der Krone respektieren. Die Stellung der Königsfamilie ist damit nicht mit der eines gewöhnlichen Rudels vergleichbar. Sie steht außerhalb der normalen Rudelhierarchie und bildet die oberste Instanz aller Werwölfe.Schwächen
Trotz ihrer Widerstandsfähigkeit sind Werwölfe weder unverwundbar noch unsterblich. Schwere Verletzungen können auch für sie tödlich enden. Silber gehört zu ihren größten Schwächen. Verletzungen durch Silber verursachen starke Schmerzen und heilen erheblich langsamer als gewöhnliche Wunden. Größere Mengen beziehungsweise schwere Verletzungen durch Silber können einen Werwolf töten. Wolfsbann wirkt auf Werwölfe wie ein starkes Gift. Bereits der Kontakt kann Schmerzen, Schwäche und Orientierungslosigkeit verursachen. Wird eine größere Menge aufgenommen oder gelangt sie direkt in den Blutkreislauf, kann Wolfsbann lebensgefährlich werden. Feuer und schwere körperliche Verletzungen können die beschleunigte Heilung überfordern. Ein Werwolf kann verbluten, verbrennen oder an massiven Verletzungen sterben, wenn sein Körper nicht schnell genug regenerieren kann. Auch Enthauptung oder die vollständige Zerstörung lebenswichtiger Organe führt zum Tod.Alterung und Lebenserwartung
Werwölfe sind nicht unsterblich, besitzen jedoch eine außergewöhnlich hohe Lebenserwartung. Durch ihre übernatürliche Regeneration altert ihr Körper wesentlich langsamer als der eines Menschen. Sie bleiben über Jahrhunderte körperlich leistungsfähig und können ein Alter von bis zu ungefähr 1.500 Jahren erreichen. Die Alterung verschwindet dabei nicht vollständig, sondern verläuft lediglich erheblich langsamer. Besonders nach Erreichen des Erwachsenenalters verändert sich das äußere Erscheinungsbild eines Werwolfs nur sehr langsam. Das hohe mögliche Alter bedeutet allerdings nicht, dass jeder Werwolf tatsächlich 1.500 Jahre lebt. Krankheiten stellen aufgrund ihrer Regeneration zwar eine geringere Gefahr dar, dennoch können Werwölfe durch schwere Verletzungen, Silber, Wolfsbann, Feuer oder andere tödliche Einwirkungen sterben. Werwölfe, die tatsächlich ein Alter von mehreren Jahrhunderten oder sogar mehr als einem Jahrtausend erreichen, sind entsprechend selten und verfügen meist über enorme Erfahrung.Biss und Weitergabe
Ein Werwolf kann einen Menschen durch einen Biss verwandeln. Ein einfacher Kratzer reicht dafür nicht aus. Die Wandlung ist allerdings keine Garantie. Der menschliche Körper muss die Veränderung überstehen, und ein Teil der Gebissenen stirbt während des Prozesses. Wer überlebt, wird dauerhaft zum Werwolf. Werwölfe können ihre Natur außerdem an ihre Kinder weitergeben. Wird ein Kind mit dem Werwolfsgen geboren, gilt es als geborener Werwolf. Seine Fähigkeiten und seine erste Verwandlung entwickeln sich jedoch erst später. Damit existieren zwei Wege, ein Werwolf zu werden: Man wird als einer geboren, oder durch den Biss eines anderen Werwolfs gewandelt.die Rudel
Crescent Rudel
Rudelhaus: Westlake ForestUrsprung: Frankreich Mitgliederzahl: 3.000 Das Crescent Rudel gehört zu den ältesten Rudeln der Welt. Seine Ursprünge reichen bis in das Jahr 52130 v. Chr. zurück, als es in der heutigen Region Frankreichs von der Wolfsfamilie Martin gegründet wurde. Zu dieser Zeit trug das Rudel noch den Namen Argent Rudel und wurde über Jahrtausende hinweg von verschiedenen Generationen der Familie Martin geführt. Im Jahr 1835 entschied sich der damalige Alpha Armand Martin, das Rudel nach New Orleans zu führen. Die Familie Martin hatte sich dazu entschlossen, Europa zu verlassen und in der Neuen Welt ein neues Zuhause für ihr Rudel aufzubauen. Mit der Übersiedlung nach Louisiana änderte das Rudel schließlich auch seinen Namen und wurde zum Crescent Rudel, unter welchem es bis heute bekannt ist. In Louisiana zählt das Crescent Rudel neben dem Königsrudel zu den größten Werwolfsrudeln des Bundesstaates und hat um die rund 3000 Mitglieder. Sein Hauptsitz befindet sich im Westlake Forest, wo sich ein großer Teil des Rudellebens abspielt und die Mitglieder einen Rückzugsort abseits der menschlichen Gesellschaft besitzen. Dem Rudel gehören sowohl geborene als auch gewandelte Werwölfe an. Die Herkunft eines Mitglieds spielt für seine Zugehörigkeit dabei keine entscheidende Rolle. Auch gesellschaftlich unterscheidet sich das Crescent Rudel deutlich von anderen größeren Rudeln. Prunk und hochtrabende Kleidung sind ihnen fremd und werden von den meisten Mitgliedern eher belächelt. Viele Werwölfe des Rudels treten rau, direkt und selbstbewusst auf und erinnern in ihrem Erscheinungsbild nicht selten an Rocker oder Biker. Motorräder gehören für viele Mitglieder zum Alltag und sind ein geradezu charakteristischer Bestandteil der Rudelkultur. Politisch hält sich das Crescent Rudel weitgehend zurück. Die meisten Mitglieder haben wenig Interesse daran, sich in die Angelegenheiten anderer Rudel oder der magischen Gesellschaft einzumischen, solange diese nicht unmittelbar das eigene Rudel betreffen. Eine besondere Abneigung besteht gegenüber den Vampiren, von denen sich das Crescent Rudel nach Möglichkeit fernhält. Offene Konflikte werden vermieden, doch eine enge Zusammenarbeit oder freundschaftliche Beziehungen zwischen beiden Spezies sind innerhalb des Rudels äußerst selten. Vargsdóttir Rudel
Rudelhaus: 9th Lower WardUrsprung: Schweden, Norwegen Mitgliederzahl: 15.000 Die Vargsdóttir gelten als das älteste noch existierende Werwolfsrudel der Welt und mit 15.000 Mitgliedern das größte Rudel in Louisiana. Ihre Blutlinie reicht bis zu den ersten Werwölfen zurück, und anders als bei den meisten später entstandenen Rudeln haben sie ihre ursprüngliche Blutlinie und ihre alten Traditionen über Jahrtausende bewahrt. Der Name Vargsdóttir bedeutet sinngemäß „Töchter des Wolfes“ und steht nicht lediglich für einen Familiennamen, sondern für die gesamte Blutlinie des Rudels. Die Zugehörigkeit wird über die weibliche Linie weitergegeben. Von Anbeginn an waren die Vargsdóttir ein außergewöhnlich starkes Rudel, doch ihre heutige matriarchalische Ordnung entstand erst während einer frühen Epoche ihrer Geschichte, die bis in die Wikingerzeit zurückreicht. Zu jener Zeit wurde das Rudel noch von einem Alphamännchen geführt, dessen Wort als Gesetz galt. Die männliche Dominanz innerhalb des Rudels wurde als natürliche Ordnung betrachtet, bis sich eines Tages ein Weibchen offen weigerte, sich dem Alpha zu unterwerfen. Der Alpha versuchte, ihren Widerstand mit Gewalt zu brechen. Doch die Wölfin wich nicht zurück. Sie stellte sich ihm entgegen und es kam zu einem erbarmungslosen Kampf, den das gesamte Rudel miterlebte. Sie kämpfte mit äußerster Brutalität und besiegte den Alpha schließlich. Sein Tod wurde zum Wendepunkt in der Geschichte der Vargsdóttir. Zum ersten Mal hatte ein Weibchen nicht nur den Anspruch eines Alphamännchens zurückgewiesen, sondern ihn auch mit eigener Kraft gebrochen. Seit jenem Tag wird die Herrschaft bei den Vargsdóttir ausschließlich über die weibliche Blutlinie weitergegeben. Die Frauen besitzen die politische und gesellschaftliche Führung des Rudels und bestimmen über dessen Territorium, Gesetze, Bündnisse und Zukunft. Die Männer werden nicht als schwach angesehen, im Gegenteil, sie gehören zu den stärksten Kriegern des Rudels. Ihre traditionelle Aufgabe besteht darin, das Rudel zu verteidigen, zu jagen und den Fortbestand der Blutlinie zu sichern. Sie können zu herausragenden Kämpfern und persönlichen Wächtern einer Matriarchin werden und dadurch großen Respekt genießen. Dennoch besitzen sie aufgrund ihres Geschlechts keinen Anspruch auf die Führung des Rudels. Die Vargsdóttir unterscheiden deshalb klar zwischen Stärke und Herrschaft. Ein männlicher Werwolf kann stärker sein als viele seiner Schwestern, kann ein außergewöhnlicher Krieger sein oder sogar als persönlicher Champion der Matriarchin dienen. Trotzdem steht er gesellschaftlich unter der weiblichen Führung. Die Macht wird nicht durch körperliche Stärke bestimmt, sondern durch die Blutlinie und die uralte Ordnung der Vargsdóttir. Als ältestes Werwolfsrudel besitzen die Vargsdóttir zudem eine Stellung, die weit über ihr eigenes Territorium hinausreicht. Andere Rudel mögen ihre eigenen Anführer und Traditionen besitzen, doch die Vargsdóttir gelten als die älteste Blutlinie und damit als höchste Autorität in Angelegenheiten, die die gesamte Werwolfgesellschaft betreffen. Ihre Gesetze und Urteile haben Gewicht, weil sie auf einer Tradition beruhen, die älter ist als die meisten heutigen Rudel. An der Spitze steht die Matriarchin der Vargsdóttir. Sie ist nicht lediglich die Anführerin eines Rudels, sondern die oberste Vertreterin der ältesten Werwolfblutlinie überhaupt. Ihre Stellung wird ausschließlich über die weibliche Linie vererbt. Jede Generation bringt damit neue Töchter hervor, die eines Tages die Verantwortung für das Rudel übernehmen können. |
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