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Seelenverwandtschaft
Seelenverwandtschaft
Allgemeines
In der magischen Welt existiert ein mystischer Mechanismus, der als Seelenverwandtschaft oder auch als Band der Seele bezeichnet wird. Dabei handelt es sich um eine vom Schicksal bestimmte Verbindung zwischen zwei Wesen, die sich weder erzwingen noch verhindern lässt. Wer miteinander seelenverwandt ist, wird nicht durch die eigene Entscheidung, die Herkunft oder die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Spezies bestimmt, sondern allein durch das Schicksal.

Für die meisten magischen Wesen wirkt die Entstehung einer solchen Verbindung vollkommen willkürlich. Niemand kann vorhersehen, wen das Schicksal als seinen Seelenpartner bestimmt, und es gibt keine Möglichkeit, das Band bewusst herbeizuführen oder einen bestimmten Partner dafür auszuwählen. In der Regel besitzt jedes Wesen nur einen einzigen Seelenpartner in seinem Leben.

Trotz ihrer besonderen Bedeutung ist eine Seelenverwandtschaft ausgesprochen selten. Nur etwa 10 Prozent der gesamten magischen Weltbevölkerung finden im Laufe ihres Lebens tatsächlich ihren Seelenpartner. Die Wahrscheinlichkeit einen Seelenverwandten zu finden, ist allerdings in der Nähe eines Höllenschlundes größer.


Der Seelenverwandte
Der Seelenpartner wird unabhängig von der jeweiligen Spezies bestimmt. Das Schicksal verbindet dabei zwei Wesen miteinander, die füreinander die ideale Ergänzung darstellen. Dabei geht es nicht darum, dass beide zwangsläufig gleich sind, sondern vielmehr darum, dass ihre Persönlichkeiten, Eigenschaften und Wesenszüge auf besondere Weise miteinander harmonieren.

Das Schicksal selbst scheint dafür zu sorgen, dass sich die beiden immer wieder begegnen. Selbst wenn sie sich zunächst nur zufällig kennenlernen, getrennt werden oder einander aus den Augen verlieren, führt ihr Weg sie häufig erneut zueinander. Dieses Phänomen wird von vielen als der eigentliche Segen des Bandes der Seele betrachtet.

Sobald zwei Seelenpartner miteinander in Kontakt kommen, verändert sich ihre Verbindung auch auf magischer Ebene. Beide Wesen erfahren eine mystische Verstärkung ihrer Kräfte und können die Anwesenheit des jeweils anderen wahrnehmen. Je stärker die Verbindung zwischen ihnen wird, desto deutlicher kann dieses Empfinden ausfallen. Dabei handelt es sich nicht um eine bewusste Kontrolle oder eine Form der Gedankenübertragung, sondern um eine instinktive Wahrnehmung des anderen.


Nachkommen
Das Band der Seele besitzt auch Auswirkungen auf die Fortpflanzung der verbundenen Wesen. Durch den Segen des Schicksals ist es einem Seelenpaar unabhängig von seiner Spezies möglich, gemeinsame Nachkommen zu zeugen. Selbst zwischen Spezies, die sich unter normalen Umständen nicht miteinander fortpflanzen können, wird eine Schwangerschaft durch die Wirkung des Bandes ermöglicht.

Die gemeinsamen Nachkommen tragen die Eigenschaften beider Spezies in sich und vereinen dabei die jeweils stärksten beziehungsweise vorteilhaftesten Merkmale ihrer Eltern. Es entstehen allerdings keine Hybriden.

Wenn beispielsweise ein Vampir und ein Werwolf Seelenpartner sind und ein Kind bekommen, entsteht aus dieser Verbindung entweder ein Vampir oder Werwolf, der die Stärken beider Spezies in sich trägt. Die Fertigkeiten sind dann meist sehr außergewöhnlich. Es gab schon Vampire, die von Anfang an, immun gegen das Sonnenlicht waren, oder ein Werwolf, der die Unsterblichkeit eines Vampirs hat. Die einzige bekannte Ausnahme dieser Regel sind Nephilim, die zu einer eigenen Unterart der Engel gehören.

Solche Nachkommen sind jedoch äußerst selten. Gerade ihre besonderen Fähigkeiten und ihre ungewöhnliche Herkunft machen sie in Teilen der magischen Welt zu begehrten oder gefürchteten Wesen. Nicht selten werden sie deshalb zum Ziel von Hetzjagden oder Verfolgungen, da viele Angst vor der Macht dieser Wesen haben.



Der Verlust des Seelenverwandten
Der Tod eines Seelenpartners stellt für das zurückbleibende Wesen einen außergewöhnlich schweren Verlust dar. Das Band der Seele ist so tief mit dem eigenen Wesen verbunden, dass der Tod des Partners nicht einfach wie der Verlust eines gewöhnlichen Angehörigen verarbeitet werden kann.

Die Auswirkungen können dabei unterschiedlich stark ausfallen. Manche Wesen benötigen Jahre oder sogar Jahrzehnte, um den Verlust zu verarbeiten, während andere vollständig daran zerbrechen. In besonders schweren Fällen kann der Tod des Seelenpartners sogar dazu führen, dass das zurückbleibende Wesen seinen Verstand verliert und dem Wahnsinn verfällt.

Aus diesem Grund existieren innerhalb der magischen Welt auch Wesen, die ihren Seelenpartner zwar gefunden haben, sich jedoch bewusst gegen eine vollständige Bindung entschieden haben. Sie fürchten die möglichen Konsequenzen eines späteren Verlustes und ziehen es vor, mit der Distanz zu ihrem Seelenpartner zu leben, anstatt das Risiko einzugehen, durch dessen Tod den eigenen Verstand zu verlieren. Eine einmal erkannte Seelenverwandtschaft lässt sich jedoch nicht ungeschehen machen. Das Band bleibt bestehen, unabhängig davon, ob die beiden Wesen es annehmen, sich voneinander fernhalten oder sich bewusst gegen eine gemeinsame Zukunft entscheiden.